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Kleingärten der Bahn-Landwirtschaft im Gleisdreieck-Park

BLw-Kleingärten mit Café in einer Parkanlage? Funktioniert das? JA! Und das sogar hervorragend!
BLw-Kleingärten mit Bistro im WestkreuzPark? Gruppenschuppen als „Bistro Lokschuppen“?


Kolonie POG als integraler Bestandteil der 25 Hektar großen Parkanlage

  • Herr Trappmann - Vorsitzender der KGA POG Gleisdreieck:
    Als Vorsitzender der Kleingartenanlage „Potsdamer Güterbahnhof“ im Kreuzberger Gleisdreieck Park berichtet Herr Trappmann über den langjährigen Kampf um den Erhalt der Kleingärten und ihre Integration in die Parkanlage. Die Anlage besteht aus 75 Parzellen, davon zwei Gemeinschaftsgärten, und einem Marktplatz mit dem angegliederten Café Eule. Das Café wird von einer Nutzerin betrieben („kreatives Vertragsmanagement“) und wird auch von Parkbesuchern gerne aufgesucht. Der Marktplatz ist der Treffpunkt in der Kleingartenanlage und wird gemeinsam finanziert. Die Gemeinschaftsgärten werden von Gruppen bewirtschaftet, u.a. koreanische Krankenschwestern und sind im Prinzip offen. Auch mit einem Imker wird zusammengearbeitet („Wissensbestäubung“). Es bestehen positive Synergien zwischen öffentlicher und privater Nutzung (‚entschleunigter Raum‘).
    Quelle: dokumentation-fachgespraech_2016-05-27.pdf
  • Chillen zwischen ICE und Rhabarber.
    Denn die Gärten der Kolonie POG (wie „Potsdamer Güterbahnhof“) sind fester Bestandteil des Parks geworden. „Das ist vor allem dem Engagement von Klaus Trappmann zu verdanken, mit dem wir jahrelang gegen unsere Vertreibung gekämpft haben“, sagt Elig, die hier auch einen Garten hat. Tatsächlich hatte Trappmann, der umtriebige Kolonie-Chef, in langen Verhandlungen mit der Stadtentwicklungsverwaltung und der Grün Berlin GmbH erreicht, dass die POG, eine echte Pflanze des alternativen Westberlin, ins Parkkonzept aufgenommen wurde – und ein bisschen von der sie umgebenden Wildnis auch.
    Quelle: http://www.taz.de/!5064044/ (02.07.2013)
  • Laube, Triebe, Hoffnung
    „Es passiert sehr selten, dass sich eine Kleingartenkolonie gegen die drohende Abwicklung durchsetzen kann“, weiß Trappmann und sieht den positiven Ausgang darin begründet, dass es für die Brache am Gleisdreieck nie eine Baugenehmigung gab. „Hätten wir gegen einen Investor kämpfen müssen, wir hätten verloren“, sagt der 63-Jährige. Doch so glaubt er, „dass der Senat uns mag. Auch, weil wir immer vor Ort sind“. Das Versprechen der POG lautet „Öffnung unserer Gärten“. Dafür unternehmen die Laubenpieper, von denen entgegen den Klischees etliche jung und engagiert und einige nicht-deutscher Herkunft sind, schon länger etwas: Garten- und Kräuterführungen, regelmäßige Teilnahme am „Langen Tag der Stadtnatur“, Kooperationen mit dem Suchthilfeangebot ABO-Neukölln, Bewirtung von Fahrradgruppen, und zuletzt im Frühjahr die Kunstausstellung „Stay hungry“. Nun sollen Projekte mit Universitäten und mit Imkern, ein Naturerfahrungsraum für Kinder, ein Lehmbackofen für alle sowie Gemeinschaftsgärten folgen. In Richtung des Westparks werden neue Wege angelegt, so dass die Kolonie von mehreren Parkseiten zugänglich sein wird.
    Quelle: https://www.tagesspiegel.de/suchergebnis/?p=suche&sw=Laube%2C+Triebe%2C+Hoffnung (20.08.2011)
  • Die Initiativen im Park
    Herr Trappmann, ein Lehrer als Vorsitzender eines Kleingartenvereins ist ungewöhnlich.
    Das stimmt wohl. Ich komme aus dem 68er-Milieu, und wenn mir einer meiner Freunde 1970 gesagt hätte, du wirst mal Vorsitzender eines Kleingartenvereins, wäre ich beleidigt gewesen. Als ich über eine Freundin im Winter 2002 in diese Kolonie gekommen bin, standen einige Parzellen frei, ganz anders als heute, wo ich ständig angerufen werde, ob bei uns nicht etwas zu mieten sei. Mir gefiel die Kolonie sehr. Sie war verwunschen und verwildert, die Häuser waren bunt angemalt, sie war einfach nicht das, was ich mir unter einer Kleingartenanlage vorstellt hatte. Vorsitzender bin ich jetzt seit sechs oder sieben Jahren.
    Sie begannen also zu werkeln und zu pflanzen.
    Genau. Aber es stellte sich mir sehr schnell die Frage, wie die Zukunft der Kolonie aussehen sollte. Ich stieß dann schnell auf die AG Gleisdreieck. Die war uns gegenüber überraschend positiv eingestellt. Das hatte ich von Alternativen nicht unbedingt erwartet. Aber die Initiativen forderten schon damals die Integration der Kleingärten in den zukünftigen Park und lehnten den an ihrer Stelle geplanten Bau einer großen Sportanlage ab.
    Wann ist die Kolonie entstanden und wie viele Mitglieder hat sie?
    Die Kolonie entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg buchstäblich auf den Trümmern der Stadt auf einem schwer zugänglichen Gelände quasi im Wildwuchs. Wir haben heute 75 Parzellen. Die Mitglieder sind meist Menschen aus dem unmittelbaren nachbarschaftlichen Umfeld, zum Teil bewirtschaften Familien ihre Parzelle schon in der 2. oder 3. Generation. Die Parzellen sind zwischen 180 und 350 Quadratmeter groß. Die Zusammensetzung der Mitglieder hat sich allerdings geändert. Früher waren die Mitglieder Handwerker wie Bäcker, Dachdecker oder Schweißer. Heute kommen sie auch aus anderen Milieus, sind Pädagogen, Künstler oder Psychologen. Kleingärten sind heute bei Schichten beliebt, die sie früher abgelehnt haben.
    Eine Laubenkolonie ist doch privat. Der Park ein öffentliches Gelände. Wie bringen Sie das Private und das Öffentliche zusammen?
    Verglichen mit einer Familie, die auf einer Wiese ihre Decke ausbreitet, sind wir natürlich privilegiert. Aber wir waren schon immer halböffentlich, haben uns nie abgeschottet.
    Wie konnten Sie den Konflikt auflösen?
    Die Senatsverwaltung kam aufgrund des starken Widerstands gegen eine Abwicklung mit der Idee der „Gärten im Garten“ auf uns zu. Diese Formel sollte die Kolonie in den Park integrieren. Sie hat auch zu Veränderungen in der Parkgestaltung geführt. In der ursprünglichen Planung vom Atelier Loidl durchschnitt ein betonierter Hauptweg das Areal und die Kolonie hätte einer Wiese weichen müssen. Es ist durch die Formel „Gärten im Garten“ gelungen, unsere Gärten zu sichern, und in der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe konnten wir die Wegeführung so weit verändern, dass die Kolonie jetzt mit einem neuen Wegenetz die ruhige Peripherie des Parks ist und der Hauptweg außerhalb liegt. Die langwierige Diskussion hat zu sehr schönen Ergebnissen geführt. Die neuen Wege sind statt drei nur zwei Meter breit, teilweise führen sie im Halbkreis um Bäume herum und wir konnten Wegraine durchsetzen. Für die Besucher ist die Kolonie jetzt Teil des Parks, und zwar einer der reizvollsten.
    Was ist die neue Qualität ihrer Kolonie?
    Ein Teil der Gärten wird in Projektgärten umgewandelt. Wir haben eine Parzelle, die einem türkischen Nachbarschaftsverein zugeordnet werden wird, und wir haben eine zweite Parzelle, die eine Gruppe von Koreanerinnen bewirtschaftet. Sie sind extrem fleißig, pflanzen Chinakohl und Sesam und haben wirklich einen grünen Daumen. Wir nehmen am Langen Tag der Stadtnatur teil. 2011 haben wir über vier Monate mit der Kunstaktion „Stay Hungry“ kooperiert, an der sich 20 Gärten beteiligten, in denen Objekte und Collagen installiert waren bzw Performances stattfanden. Der Andrang hat uns total überrascht. Groß war auch der Zuspruch zu einer Kooperation mit dem „Haus der Kulturen der Welt“. Dort gab es eine Ausstellung zum Thema Nahrung und neue städtische Infrastrukturen, „Invisible Twinnings“ betitelt, zu der wir ein Festbankett organisierten. Es gab Salate aus essbaren Kräutern, Tee aus Minze, alles aus unseren Gärten – es war ein wunderbarer Event und ein Quantensprung in unserer Arbeit.
    Was kommt als Nächstes?
    Eine sehr gute Idee der Architekten war der Bau eines Marktplatzes: Jede Kleingartenkolonie ist wie ein kleines Dorf und in der Mitte braucht es einen Platz. Dieser Marktplatz mit Großkopfsteinpflaster aus dem alten Gelände und mit einer zugegeben bisher etwas mickrigen Dorfeiche ist fertiggestellt. Hinter dem Platz ist zufällig eine Parzelle frei geworden und wird jetzt zu einem „Kleingärtner-Paradies-Café“ umgebaut.
    Sie können davon ausgehen, dass Sie bei gutem Wetter Ihr Publikum finden werden.
    Davon gehen wir aus. Das Café ist gut für die Besucher, gut für uns und sicher eine Bereichung für den Park. Ich habe es ja schon gesagt: Wir bringen uns in den Park ein. Und das wird auch so bleiben.
    (Mai 2013)
    Quelle: https://gruen-berlin.de/sites/default/files/downloads/gleisdreieck_der-park-am-gleisdreieck_broschuere.pdf
  • Die Kolonie „Potsdamer Güterbahnhof“ (POG) gehört nach dem Verkauf des Bahngeländes am Gleisdreieck nun zum Land Berlin, wird aber weiterhin über die Bahn-Landwirtschaft verwaltet. Die Pachtbeiträge werden von Der Bahn-Landwirtschaft kassiert und an das Finanzamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg weitergeleitet.

Presse


Eindrücke am So, 11.03.2018

pog.txt · Zuletzt geändert: 19.03.2018 um 13:20 Uhr (UTC) von Kassierer

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